15. Des Greifs Begehr
Morgana flog auf dem Greif und sie konnte kaum etwas von der Landschaft erkennen, die unter ihr davon glitt. Zudem kam sie kaum dazu, über ihre weiteren Pläne nachzudenken, da sie nur damit beschäftigt war, sich festzuhalten und sich zu konzentrieren, damit sie nicht von dem Rücken des Greifes herunter fiel. Dem Tier würde es wohl kaum etwas ausmachen, das wusste sie.
Plötzlich wurde dieser langsamer. Zuerst wunderte Morgana sich darüber und wollte schon fragen, was das zu bedeuten hatte, als sie bemerkte, dass der Greif langsam in den Sinkflug zu gleiten begann. Anscheinend waren sie angekommen. Wo auch immer…
Schließlich war es soweit. Der Greif war auf dem Boden aufgekommen und sank soweit zusammen, dass Morgana von seinem Rücken absteigen konnte. Als sie unten war, sah sie sich zuerst einmal um. Sie konnte nicht viel erkennen. Im Grunde waren sie immer noch auf einer sandigen, weiten Ebene, die sich nicht viel von der unterschied, von der sie gestartet waren. Morgana war erbost: “Was soll das? Wohin hast du mich gebracht? Das kann unmöglich Nirars Land sein. Wo ist er? Wo ist sein Schloss?” Der Greif drehte sich um und sah sie an: “Nun kommen wir zu meiner Forderung. Ich habe gesagt, dass ich dich, wenn es soweit ist, wissen lassen werde, was ich von dir verlange. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.” Morgana sah ihn mit wütenden Blick an. Sie hatte gewusst, dass dieses vermaledeite Vieh ihr die Hilfe nicht umsonst angedeihen ließ, doch dass es sie hier in der Wüste aussetzen würde, und damit im Grunde genommen erpressen würde, dass hatte sie nicht gedacht.
“Was willst du”, zürnte sie und in ihren Augen sprühte es Funken. Der Greif fletschte die Zähne, was beinahe so aussah, als würde er lächeln. Doch es war kein gutes Lachen. Es wirkte eher wie eine starre Grimasse… Dann erstarrte es auch schon wieder. “Es ist folgendermaßen: Wir sind keine gern gesehenen “Gäste” in Nirars Land. Das ist auch der zweite Grund, weshalb ich dich hier absetzen muss. Nirars Schergen würden mich töten, wenn ich mich in ihre Nähe wagen würde. Ich will von dir, dass du das änderst. Zumindest den Greifen soll ein sorgenfreies Leben in Nirars Landen gestattet werden. Für immer! Sorg dafür, dann ist deine Schuld beglichen.” Morgana starrte ihn an. War das sein Ernst? Es sah jedenfalls so aus… “Und wie soll ich das bitte anstellen? Meinst du ich kann einfach zu ihm hinmarschieren und ihn darum bitten, die wohl bestehende Strafverfolgung gegen euch Greife aufzuheben? Er würde wohl kaum auf mich hören - davon abgesehen weiß ich noch nicht einmal, was Nirar eigentlich von mir will! Davon hast du mir auch noch nichts erzählt!”
Der Greif schüttelte nur den Kopf: “Ganz einfach, weil ich davon nichts weiß. Das muss Nirar dir dann schon selbst erzählen. Es liegt an meiner Magie, dass ich wusste, dass er nach dir Ausschau hält. Aber nun zurück zu dir: Du wirst tun, was ich verlange; denn wenn nicht, werde ich dich finden! Egal, wo du dich aufhältst. Du kannst dich vor einem Greif nicht verstecken; und auch, wenn es nicht mehr viele meiner Art gibt, einige der Ältesten existieren noch. Und wir werden uns zusammen schließen, wenn es sein muss.” Sein Blick wurde durchdringend und Morgana durchflutete ein Gefühl, als würde sie von ihm durchbohrt. Oder bildete sie sich das eventuell nicht nur ein? Langsam wurde ihr mulmig zumute. “Was soll das? Ich kann dir versprechen, dass ich versuchen werde, ein gutes Wort für euch einzulegen, sobald ich Nirar gefunden habe. Aber dazu muss ich erst einmal wissen, wie ich zu ihm gelange. Wo hast du mich hier eigentlich abgesetzt, in drei Teufels Namen??”
Der Greif antwortete nicht sofort, nach einigen Sekunden der Stille, die Morgana beinahe durch Mark und Bein ging, nickte er in Richtung Norden. “Du musst dort entlang gehen. Wie ich schon gesagt habe, hier ist die Grenze, die ich nicht überschreiten darf. Nirar spürt, wenn ein magisches Wesen sein Land betritt. Daher solltest du dich auf eine Überraschung gefasst machen.. Allerdings, da er ja nach dir hat suchen lassen… Vielleicht verschont er dich ja… Jedenfalls dauert es nicht mehr lange, bis du sein Schloss siehst. Es ist direkt hinter dem nächsten Hügel.
Aber nun noch einmal zu dir: Ich hoffe, dass du mich richtig verstanden hast: Das war eben keine Bitte, sondern eine Forderung! Du stehst nun in meiner Schuld, und es ist nicht sonderlich schlau, die Forderung eines Greifes nicht zu erfüllen!
Wir haben Kräfte, die noch aus der alten Zeit herrühren, noch vor den Zeiten Uther Pendragons. Und diese Kräfte sind stärker als deine jemals sein werden! Also tust du besser daran, zu tun, worum ich dich “gebeten” habe. Sorge dafür, dass Nirar sein Todesurteil über unsere Art aufhebt und wir wieder ungestraft sein Land betreten dürfen. Dann hast du deine Schuld beglichen.”
Ohne ein weiteres Wort drehte der Greif sich um und erhob sich in die Lüfte. Morgana starrte ihm einfach nur hinterher. Was war das jetzt gewesen? Hatte ihr dieses impertinente Wesen etwa gedroht. Ihr erster Impuls war, dieses Wesen vom Himmel zu holen, doch sie spürte, dass es wohl ein Fehler wäre, dies zu tun. Auch, wenn es ihr denkbar schwer fiel, entschied sie sich dafür, in die Richtung zu gehen, die der Greif ihr angegeben hatte. Sie konnte nur hoffen, dass er sie nicht in eine Falle hatte laufen lassen; doch dann fiel ihr ein, dass dies vermutlich auch zu seinem Nachteil sein würde. Schließlich wollte er “Absolution” von Nirar erhalten… Nein, sie spürte, dass der Weg, den der Greif ihr genannt hatte, der richtige war. Dennoch ahnte sie, dass sie vorsichtig sein musste. Wenn Nirar - wer auch immer er sein mochte - etwas gegen Magie in seinem Land hatte, dann würde er eventuell auch ihre Anwesenheit spüren. Doch was zum Henker wollte er von ihr? Morgana fiel ein, dass dieser Söldner - Lassar, wie sie sich erinnerte - ihr erzählt hatte, dass Nirar ihm und den anderen Söldnern den Auftrag gegeben hatte, ihren Aufenthaltsort zu finden und ihm mitzuteilen; und nicht, sie mitzubringen. Vielleicht wollte er sie töten? Doch wenn dies sein Begehren war, weshalb hatte er ihm dann nicht den Auftrag erteilt, sie direkt umzubringen? Das hatte er wohl nicht getan… Dieser Nirar wurde Morgana immer mysteriöser.
Plötzlich erblickte sie vor sich ein Gebäude, das sie eher an ein riesiges Gefängnis erinnerte, als an ein Schloss, wie sie eigentlich angenommen hatte. Hier sollte Nirar leben? Morgana blieb einige Sekunden stehen und starrte auf das Gebäude vor ihr, als sie plötzlich bemerkte, dass sie nicht mehr alleine war…
Plötzlich wurde dieser langsamer. Zuerst wunderte Morgana sich darüber und wollte schon fragen, was das zu bedeuten hatte, als sie bemerkte, dass der Greif langsam in den Sinkflug zu gleiten begann. Anscheinend waren sie angekommen. Wo auch immer…
Schließlich war es soweit. Der Greif war auf dem Boden aufgekommen und sank soweit zusammen, dass Morgana von seinem Rücken absteigen konnte. Als sie unten war, sah sie sich zuerst einmal um. Sie konnte nicht viel erkennen. Im Grunde waren sie immer noch auf einer sandigen, weiten Ebene, die sich nicht viel von der unterschied, von der sie gestartet waren. Morgana war erbost: “Was soll das? Wohin hast du mich gebracht? Das kann unmöglich Nirars Land sein. Wo ist er? Wo ist sein Schloss?” Der Greif drehte sich um und sah sie an: “Nun kommen wir zu meiner Forderung. Ich habe gesagt, dass ich dich, wenn es soweit ist, wissen lassen werde, was ich von dir verlange. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.” Morgana sah ihn mit wütenden Blick an. Sie hatte gewusst, dass dieses vermaledeite Vieh ihr die Hilfe nicht umsonst angedeihen ließ, doch dass es sie hier in der Wüste aussetzen würde, und damit im Grunde genommen erpressen würde, dass hatte sie nicht gedacht.
“Was willst du”, zürnte sie und in ihren Augen sprühte es Funken. Der Greif fletschte die Zähne, was beinahe so aussah, als würde er lächeln. Doch es war kein gutes Lachen. Es wirkte eher wie eine starre Grimasse… Dann erstarrte es auch schon wieder. “Es ist folgendermaßen: Wir sind keine gern gesehenen “Gäste” in Nirars Land. Das ist auch der zweite Grund, weshalb ich dich hier absetzen muss. Nirars Schergen würden mich töten, wenn ich mich in ihre Nähe wagen würde. Ich will von dir, dass du das änderst. Zumindest den Greifen soll ein sorgenfreies Leben in Nirars Landen gestattet werden. Für immer! Sorg dafür, dann ist deine Schuld beglichen.” Morgana starrte ihn an. War das sein Ernst? Es sah jedenfalls so aus… “Und wie soll ich das bitte anstellen? Meinst du ich kann einfach zu ihm hinmarschieren und ihn darum bitten, die wohl bestehende Strafverfolgung gegen euch Greife aufzuheben? Er würde wohl kaum auf mich hören - davon abgesehen weiß ich noch nicht einmal, was Nirar eigentlich von mir will! Davon hast du mir auch noch nichts erzählt!”
Der Greif schüttelte nur den Kopf: “Ganz einfach, weil ich davon nichts weiß. Das muss Nirar dir dann schon selbst erzählen. Es liegt an meiner Magie, dass ich wusste, dass er nach dir Ausschau hält. Aber nun zurück zu dir: Du wirst tun, was ich verlange; denn wenn nicht, werde ich dich finden! Egal, wo du dich aufhältst. Du kannst dich vor einem Greif nicht verstecken; und auch, wenn es nicht mehr viele meiner Art gibt, einige der Ältesten existieren noch. Und wir werden uns zusammen schließen, wenn es sein muss.” Sein Blick wurde durchdringend und Morgana durchflutete ein Gefühl, als würde sie von ihm durchbohrt. Oder bildete sie sich das eventuell nicht nur ein? Langsam wurde ihr mulmig zumute. “Was soll das? Ich kann dir versprechen, dass ich versuchen werde, ein gutes Wort für euch einzulegen, sobald ich Nirar gefunden habe. Aber dazu muss ich erst einmal wissen, wie ich zu ihm gelange. Wo hast du mich hier eigentlich abgesetzt, in drei Teufels Namen??”
Der Greif antwortete nicht sofort, nach einigen Sekunden der Stille, die Morgana beinahe durch Mark und Bein ging, nickte er in Richtung Norden. “Du musst dort entlang gehen. Wie ich schon gesagt habe, hier ist die Grenze, die ich nicht überschreiten darf. Nirar spürt, wenn ein magisches Wesen sein Land betritt. Daher solltest du dich auf eine Überraschung gefasst machen.. Allerdings, da er ja nach dir hat suchen lassen… Vielleicht verschont er dich ja… Jedenfalls dauert es nicht mehr lange, bis du sein Schloss siehst. Es ist direkt hinter dem nächsten Hügel.
Aber nun noch einmal zu dir: Ich hoffe, dass du mich richtig verstanden hast: Das war eben keine Bitte, sondern eine Forderung! Du stehst nun in meiner Schuld, und es ist nicht sonderlich schlau, die Forderung eines Greifes nicht zu erfüllen!
Wir haben Kräfte, die noch aus der alten Zeit herrühren, noch vor den Zeiten Uther Pendragons. Und diese Kräfte sind stärker als deine jemals sein werden! Also tust du besser daran, zu tun, worum ich dich “gebeten” habe. Sorge dafür, dass Nirar sein Todesurteil über unsere Art aufhebt und wir wieder ungestraft sein Land betreten dürfen. Dann hast du deine Schuld beglichen.”
Ohne ein weiteres Wort drehte der Greif sich um und erhob sich in die Lüfte. Morgana starrte ihm einfach nur hinterher. Was war das jetzt gewesen? Hatte ihr dieses impertinente Wesen etwa gedroht. Ihr erster Impuls war, dieses Wesen vom Himmel zu holen, doch sie spürte, dass es wohl ein Fehler wäre, dies zu tun. Auch, wenn es ihr denkbar schwer fiel, entschied sie sich dafür, in die Richtung zu gehen, die der Greif ihr angegeben hatte. Sie konnte nur hoffen, dass er sie nicht in eine Falle hatte laufen lassen; doch dann fiel ihr ein, dass dies vermutlich auch zu seinem Nachteil sein würde. Schließlich wollte er “Absolution” von Nirar erhalten… Nein, sie spürte, dass der Weg, den der Greif ihr genannt hatte, der richtige war. Dennoch ahnte sie, dass sie vorsichtig sein musste. Wenn Nirar - wer auch immer er sein mochte - etwas gegen Magie in seinem Land hatte, dann würde er eventuell auch ihre Anwesenheit spüren. Doch was zum Henker wollte er von ihr? Morgana fiel ein, dass dieser Söldner - Lassar, wie sie sich erinnerte - ihr erzählt hatte, dass Nirar ihm und den anderen Söldnern den Auftrag gegeben hatte, ihren Aufenthaltsort zu finden und ihm mitzuteilen; und nicht, sie mitzubringen. Vielleicht wollte er sie töten? Doch wenn dies sein Begehren war, weshalb hatte er ihm dann nicht den Auftrag erteilt, sie direkt umzubringen? Das hatte er wohl nicht getan… Dieser Nirar wurde Morgana immer mysteriöser.
Plötzlich erblickte sie vor sich ein Gebäude, das sie eher an ein riesiges Gefängnis erinnerte, als an ein Schloss, wie sie eigentlich angenommen hatte. Hier sollte Nirar leben? Morgana blieb einige Sekunden stehen und starrte auf das Gebäude vor ihr, als sie plötzlich bemerkte, dass sie nicht mehr alleine war…

